Südzulauf

Südzulauf zum Brenner Basistunnel

Der längste Teilbereich der Eisenbahnachse Brenner zwischen München und Verona liegt mit 189 Kilometern südlich des Brenner Basistunnels. Die Zulaufstrecke zwischen Verona und Franzensfeste sowie die Bestandstrecke bis zum Brennerpass haben bereits in den vergangenen Jahren durch den Neubau von vier Tunnels (Ceraino, Kardaun, Schlern und Pflersch) einen nachhaltigen Modernisierungsschub erfahren. Einhergehend erfolgt die umfassende Modernisierung der technischen Anlagen mit dem Ziel, die Kapazität zu steigern.

Südlich des Brenners wird die Bestandstrecke in den kommenden Jahren über weite Bereiche auf einen viergleisigen Querschnitt ausgebaut. Die neuen Trassenangebote nach Fertigstellung des Basistunnels können so voll genutzt werden. Gleichzeitig ergibt sich für die Anrainer der Bahn durch moderne Trassierung eine wesentliche Entlastung vom Eisenbahnlärm.

Folgende Baulose werden realisiert:

Franzensfeste – Waidbruck

Das Baulos Franzensfeste – Waidbruck wird in zwei Bauphasen umgesetzt. In der vorbereitenden Phase wurden ab 2013 in den Bahnhöfen Franzensfeste und Waidbruck eisenbahntechnische Arbeiten durchgeführt. In der Hauptbauphase werden der Schalderertunnel mit einer Länge von 15,4 Kilometern und der Grödner Tunnel mit einer Länge von 6,3 Kilometern gebaut. Auf Höhe der „Vilnösser Haltestelle“ erfolgt mit Hilfe einer Brücke die Überquerung des Eisacks.
Am 10. August 2016 hat das Interministerielles Komitee für die wirtschaftliche Planung (CIPE) die Finanzierung der Zulaufstrecke mit 1,52 Mrd. Euro genehmigt. Im Anschluss wurde ein von allen Seiten unterstütztes Projekt unter Beteiligung der Projektgemeinden erarbeitet, sodass am 3. März 2017 das Einreichprojekt vom CIPE genehmigt werden konnte. Im Mai 2017 hat der italienische Rechnungshof den CIPE-Beschluss bestätigt und somit die Definition der Baustelleneinrichtung ermöglicht.
Oberstes Ziel ist eine gleichzeitige Fertigstellung dieses Bauloses mit dem BBT, um dessen Funktionalität vollumfänglich zu gewährleisten.

Umfahrung Bozen / Südtiroler Unterland

Für die 14,4 Kilometer lange Umfahrung von Bozen (Kardaun – Branzoll) wurde im Jahr 2003 das Vorprojekt vom CIPE (Interministerielles Komitee für die wirtschaftliche Planung) genehmigt. Gleichzeitig wird eine städtebauliche Neugestaltung des Bahnhofsgeländes, des „Areals Bozen“, angestrebt. Der Wiedergewinnungsplan des „Areals Bozen“ sieht eine Fläche von ca. 350.000m² vor, die sich überwiegend aus den frei gewordenen Bahnhofsflächen zusammensetzt.

Für die Zulaufstrecke des Brenner Basistunnels im Unterland gibt es derzeit eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2008.

Umfahrung Trient und Rovereto

Für die Umfahrung Trient liegt eine Machbarkeitsstudie vor. Über das weitere Prozedere muss nunmehr die Politik entscheiden.

Einfahrt Verona

Die Neugestaltung der Einfahrt von Verona ist von großer Bedeutung, ist sie doch gleichzeitig auch die Anbindung an den Terminal Quadrante Europa. Über das Terminal Quadrante Europa wird der internationale Güterverkehr von bzw. nach Nord- und Mitteleuropa über den Brenner und die Verkehrsströme von und nach Frankreich und Spanien sowie in die osteuropäischen Länder abgewickelt. Die Neubaustrecke umfasst eine Länge von 9,8 Kilometern und davon sind rund 5 Kilometer Tunnel in offener und geschlossener Bauweise vorgesehen.

Unterland