News
23.01.2010 - Aicha: Ausgleichsmaßnahmen vorgestellt
Lärmschutzmaßnahmen an der Bestandsstrecke von größtem Interesse
Beim Bau des Brenner Basistunnels stehen insgesamt € 50 Mio. für Ausgleichsmaßnahmen für alle Gemeinden im Projektgebiet zur Verfügung.
Die spezifischen Projekte für die Gemeinde Natz Schabs haben UVP Direktor Paul Gänsbacher und Planer Ing. Federico Pasquali in Aicha vorgestellt.
Rund 80 Personen sind der Einladung der Gemeindeverwaltung und der BBT Beobachtungsstelle gefolgt und haben sich am Donnerstagabend im Schulgebäude von Aicha über die geplanten Ausgleichsmaßnahmen informiert. Bürgermeister Dr. Peter Gasser bezeichnete die vorgestellten Baumaßnahmen als historisches Ereignis, welche die Lebensqualität in Aicha nachhaltig verbessern werden.
Der Direktor der BBT Beobachtungsstelle Dr. Martin Ausserdorfer erklärte, dass unmittelbar nach Veröffentlichung des CIPE-Beschlusses über den BBT mit der Realisierung der Ausgleichsmaßnahmen begonnen werden kann. UVP Direktor Paul Gänsbacher hat die konkreten Projekte für die Gemeinde Natz – Schabs vorgestellt: die Lärmschutzmaßnahmen an der Bestandsstrecke, ein Speicherbecken, die Schaffung eines Parks im ehemaligen NATO Areal, die Errichtung von unterirdischen Wertstoffsammelstellen, die Nutzungsintensivierung der Eisackinseln und die Auflassung der Eisenbahnareale.
Das Hauptinteresse der Bewohner von Aicha galt ganz klar der Lärmreduzierung entlang der Bestandsstrecke. Ing. Pasquali wurde von der BBT SE mit der Projektierung beauftragt. Im Rahmen seiner Präsentation erklärte er die Vorgehensweise zur Projekterstellung.
Dazu wurden im ganzen Dorf verschiedenste Lärmmessungen gemacht und analysiert, welche Lärmreduzierungen einzelne Baumaßnahmen zur Folge haben würden. Pasquali kam zum Schluss, dass entsprechende technische Lärmschutzwände (€ 6Mio.) den nahezu selben Effekt erzielen, wie eine teilweise Einhausung der Bestandstrecke (€ 9,2 Mio.).
Beide ermöglichen eine Reduzierung von 10 Dezibel. Im Unterschied dazu sind Lärmschutzwände beträchtlich günstiger und ermöglichen aufgrund der Kostenersparnis zudem die Realisierung der weiteren vorgestellten Ausgleichsmaßnahmen.
Im Rahmen der Diskussion wurde auch die Forderung gestellt, dass man die gesamte Strecke komplett einhausen sollte. Diese Forderung musste aufgrund der Finanzierbarkeit (€ 30 Mio.) zurückgewiesen werden. Abschließend erklärte Martin Ausserdorfer, dass mit Inbetriebnahme des Basistunnels und der Zulaufstrecke Franzensfeste – Waidbruck nur mehr ausnahmsweise Güterzüge auf der heutigen Strecke fahren werden, weil die Zulaufstrecke direkt vom Bahnhof Franzensfeste in den Folgetunnel bis Waidbruck einmündet.
im Bild
Stehend: Vizebürgermeister Florian Gasser, Projektant Ing. Federico Pasquali, Umwelttechniker Ing. Ugo Bacchiega, BBT Projektankt Ing. Angelo Lombardi und UVP Direktor Paul Gänsbacher.
Sitzend: BBT Beobachtungsstellendirektor Dr. Martin Ausserdorfer, Bürgermeister Dr. Peter Gasser und Gemeindereferent Hubert Rienzner.



